FC Bayern München - M1, 20:20 (10:11)

Ostler sind Oberbayrischer Meister! 1. April 2017. Es ist ein trauriger Anblick. Ost-Wurfkuh Amr Saleh legt Schampuspullen in einen Karton. Der Karton, in dem die bereits fertigen Meistershirts liegen. Er verschweißt den Karton und will ihn auf ewig nicht mehr wieder sehen. Amr ist nackt. Es ist ein trauriger Anblick. Eine Woche später. Es ist die pure Eskalation. Es ist das vielleicht schönste Unentschieden der Vereinsgeschichte. Bis zur letzten Auszeit eine Minute vor Abpfiff hält das pfiffige und durchtrainierte Ost-Trainergespann Karski/Roth die Information zurück, dass bereits eine Niederlage mit einem Tor zum Meistertitel reichen würde. Verfolger Haching II hat wenige Minuten zuvor eine Klatsche in Trudering kassiert und ist dadurch endgültig abgehängt. Durch den Ostler 21:19-Erfolg über die Bayern im Hinspiel wäre der direkte Vergleich also auch bei einer knappen Niederlage gegen die Bazis auf Ost-Seite – und der selbsternannte Titelaspirant als letzter Konkurrent um die Krone ebenfalls raus. Da steht es vor rund 12.000 mitgereisten Ostler Fans (es waren tatsächlich jede Menge!) noch 19:19, Ost ist in Unterzahl im Ballbesitz und die wirklich sehr souveränen Referees haben bereits den Arm zum Zeitspiel oben. Mit der letzten Auslösehandlung kommt Felix Neumeier frei zum Wurf und netzt zum 20:19 ein. Noch 30 Sekunden auf der Uhr, aber allen ist klar: Das war´s! Amr´s Blick geht zum Coach. Der schüttelt nur langsam den Kopf. „Noch nicht ausziehen.“ Schade. Da juckt auch der Bayern-Ausgleichstreffer niemanden mehr: Die M1 spielt den letzten Angriff ohne Torabschluss locker herunter und findet sich nach kurzer Rudelbildung in einer Jubeltraube wieder. Positiv zu erwähnen ist hier – wie immer – Philipp Brüßler. Wie schon beim ersten Matchball gegen Milbertshofen war das Ostler Spiel stark von Nervosität geprägt. Die Sensation des Durchmarsches zum Greifen nah, wurde die Pille erneut zur heißen Kartoffel. Doch das vor der Saison Unvorstellbare wurde Realität – ausgerechnet beim größten Konkurrenten, und das zwei Spiele vor Saisonende. Damit hat Ost als einziges Team der Liga gegen die Top 8 nicht verloren und holte in den direkten Vergleichen mit den Hauptkonkurrenten aus Bayern, Haching und Anzing jeweils 3:1 Punkte. Somit darf man behaupten: Der Durchmarsch von der Bezirks- in die Landesliga ist durchaus verdient! Einmal mehr avanciert Grünschnabel Robert Dörfel mit seinen etlichen Paraden zum Matchwinner – viel Erfolg nächste Saison in der Jugend-Bundesliga! Da der Ostler selbst ja gerne zu nüchternem Realismus neigt, ruft er direkt nach Abfpiff das „Projekt Bayernliga“ ins Leben. Tatsache ist: Nur noch vier Mal aufsteigen, dann gibt´s endlich wieder Bundesliga-Handball in München! Und dann geht’s los: Meister-T-Shirts an, Schampusduschen auf die Glatzen des Trainerteams und endlich – endlich darf jeder nackt sein. Es ist ein trauriger Anblick.

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