M1 - FC Bayern München, 21:19 (9:9)

M1 besetzt den BOL-Thron

18. April 2015: Die bereits als Absteiger feststehenden Ostler müssen nach einer 26:27-Niederlage mit gerade mal 16 Punkten den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten.

10. Dezember 2016: Knapp 20 Monate später bezwingt der BOL-Rückkehrer den Aufstiegs-Favoriten FC Bayern München und hat wieder 16 Punkte auf dem Konto. Dieses Mal sind allerdings erst neun statt 22 Spiele absolviert. Die M1 beendet das Jahr nicht als Abstiegskandidat, sondern als Herbstmeister – zwei Zähler vor dem FCB, drei vor dem TSV Unterhaching II.

In der randvollen Festung Ost entwickelte sich von der ersten Minute ein von Nervosität geprägtes Spitzenspiel, dem vor allem die großartigen Ostler Fans und der Gäste-Fanclub „Red Munichs“ den Stempel aufdrückten. Auf beiden Seiten dominierten die Abwehrreihen das Geschehen. Wie schon im vorherigen Spitzen-Duell mit der Anzinger Löwen-Reserve (19:18), blieben die Tore gerade in der ersten Hälfte Mangelware. Doch nach dem Seitenwechsel setzten sich die Ostler über clevere Positionsangriffe mit 15:12 ab – die höchste Führung einer Mannschaft im gesamten Spiel. Doch durch war das Ding noch lange nicht.

Denn die „Bazis“ fanden durch Zeitstrafen und technische Fehler auf Ostler Seite in die Partie zurück und gingen nach einem 5:0-Lauf mit 17:15 in Front. Torwartwechsel, Auszeit… und plötzlich lagen die Ostler in ihrer bewährt nervenstarken Crunch-Time wieder mit 19:17 vorne und brachten den Erfolg über die Ziellinie. Da die letzten beiden Hinrunden-Spiele erst im neuen Jahr ausgetragen werden, war es offiziell: Der Aufsteiger überwintert an der Tabellenspitze und hat dabei sogar einen Punkt mehr auf dem Konto, als zum gleichen Zeitpunkt letztes Jahr in der Bezirksliga.

Die Entwicklung der Mannschaft ist unübersehbar: Die vier Abgänge nach dem BOL-Aufstieg wurden adäquat ersetzt. Die ohnehin schon starke Defensive hat noch einen weiteren Sprung nach vorne gemacht und auch das Positions-Angriffsspiel hat an Niveau dazu gewonnen. Dazu gehört die erste Welle zu einer der stärksten in der Liga. Neben ihrer Cleverness müssen die Ostler nun vor allem an ihrer zweiten Welle arbeiten – da waren Teams wie Bayern oder Anzing II definitiv stärker.

Das wird die Aufgabe des neu entwickelten Trainer-Teams sein. Coach David Karski hat mit Björn Roth endlich einen Co-Trainer gefunden, der ihn gerade bei beruflichen Verpflichtungen und im Spiel selbst unterstützt. Und trotz seiner schweren Verletzung und dem vermutlichen Ausfall für den Rest der Saison, zieht Spielmacher Dominik Schmitz von der Bank immer noch die Fäden des Ostler Positionsangriffs. Insgesamt stieg also nicht nur die Qualität auf dem Spielfeld (trotz immer wieder zahlreicher Ausfälle), sondern auch auf der Bank. Sollte diese Gemeinschaft weiter einen solchen Zusammenhalt zeigen, wie nach dem Kollektiv-Ausfall in Traunstein (die einzige Niederlage der Hinrunde), könnte die aktuelle Platzierung nicht die letzte Überraschung in dieser Saison bleiben. Denn wer schon seit dem zweiten Spieltag ganz oben steht, möchte auch ungerne wieder runter. Doch Achtung: In dieser extrem ausgeglichenen Liga kann alles sehr schnell gehen und die Ostler haben im neuen Jahr vor allem extrem schwere Auswärtsspiele vor der Brust.

Direkt zum Auftakt 2017 wartet ein schwerer Brocken auf die M1. Dann geht es zum Ost-Derby nach Trudering, die einen Sack voll Ex-Ostler in ihren Reihen haben. Bis zum 14. Januar vergeht aber noch einiges an Zeit. Bis dahin möchte sich die M1 bei allen Fans, Zeitnehmern, Hallensprechern und dem Vorstand für dieses geile Jahr bedanken. Wir sind gespannt, wie die Bilanz am 30. April 2017 ausfällt, wenn das letzte Saisonspiel in Forstenried abgepfiffen wird…

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