TSV Trudering - M1, 19:21, (8:7)

M1 siegt im Derby. Oder: Die Front bröckelt, der Wall hält. „Ein Derby hat seine eigenen Gesetze“, „es war ein typisches Spiel nach der langen Winterpause“ oder der Kult-Spruch von Christian „P.“ W. aus der M2: „Ein gutes Pferd springt manchmal gar nicht.“ Völlig egal, welche Floskel nach Abpfiff verwendet wurde: Das, was der Spitzenreiter beim Tabellensechsten in der Offensive veranstaltete, war die schwächste Leistung in der bisherigen Saison. Außer der Durchschnitts-Tinder-User behauptet, dass ein Haufen technischer Fehler und permanentes, zielgenaues Abschießen des gegnerischen Torhüters den modernen Handball nun mal heute ausmachen. Denn dann war es sicher geil, was die M1 vorne über die Platte stolperte. Dass es trotzdem zum Sieg reichte, lag an der erneut über weite Strecken überragenden Abwehr, die bereits zum vierten Mal in dieser Saison unter 20 Gegentore zuließ. Zudem durfte sich Torwart-Hoffnung Robert D., der seit 1. Januar als B-Jugendlicher endlich sein Erwachsenen-Spielrecht besitzt, zu den Matchwinnern zählen. Dieser freche, junge Kerl (der sich trotz seines Grünschnabel-Status nicht zu schade ist, der Defensive mit Düsenjäger-Geräuschpegel kleine Verbesserungs-Tipps zu geben) wird uns noch verdammt viel Freude bereiten!

Ein kurzer Abriss des Spielgeschehens: Der Ost-Motor stotterte im Angriff gewaltig – kein Wunder: Nach dem ersten Tor aus dem Spielgeschehen heraus war der Tank des Kerosin-Anbeters im Team nahezu fast leer. Sowas nennt man schlechte Spielvorbereitung! Sieben mickrige Tore zur Halbzeit – darunter zwei vom Punkt: Viel weniger geht nicht. Das Problem: Auch Trudering lieferte über weite Strecke eine herausragende Defensivleistung. Die Folge: Der zweite Pausenrückstand dieser Saison (7:8).

Doch schon 40 Sekunden nach Wideranpfiff stand es plötzlich 9:8 für Ost. Der geneigte Freibier-Fan auf der Tribüne (Preis: 2,50 Euro für ne Halbe + 4 Euro Eintritt) schrie schon nach dem Aufstieg in die 3. Liga 2020. Aber obwohl Dumbo Rüßler (Name von der Redaktion geändert) als einer der ersten doch mal das Tempo anzog und damit unfreiwillig gleich zwei Gegenspieler ausschaltete (Rot für den gegnerischen Kreisläufer nach Schultergriff von hinten, Cut im Gesicht für den Gegner, auf den der abgerissene Wurfarm flog), kehrte keine Sicherheit ins Ostler Angriffsspiel ein. Und mittlerweile wissen wir: Leider stellte sich der Cut des Spielers, der eigentlich gar nicht an der Aktion beteiligt war, als Augenhöhlenbruch heraus. Wir wünschen gute Besserung und hoffen, dass du bald wieder auf die Platte zurück kehren kannst! Am Ende flogen der Spannung wegen auch noch genügend Ostler vom Platz, Trudering ging in die Manndeckung über. Trainerfuchs Dr. David Kozanovic nahm natürlich 45 Sekunden vor Abpfiff die Auszeit und hatte einen unnachahmlichen Schlachtplan entwickelt. Dieser wird hier jedoch nicht verraten, schließlich könnte dieses Konzept schon bei dieser WM umgesetzt werden. Denn: Es ist todsicher, kann gar nicht schief gehen! Und so war es dann auch! Wiederanpfiff bei 59:16 auf der Hallenuhr. Die Ostler bewegen sich heroisch auf das gegnerische Gehäuse zu – da war die Uhr schon bei 59:17! Dann 59:18, 59:19 – Und dann war es endlich soweit: BALLVERLUST! Aber da war ja noch dieser unnachahmliche „Robi“ D. in der Bude, der das Ding fest hielt. Und obwohl das kein Leckerbissen war, hier die Fakten: Die M1 hat nun alle Teams der Top8 in der Liga bezwungen. Das kann man für einen Aufsteiger mittlerweile als sensationell bezeichnen. Zudem fehlten in Trudering wieder mal fünf Spieler verletzungsbedingt – im Rückraum standen sogar nur vier Spieler zur Verfügung, sodass der zweite Rookie im Team, Jan F., auf der Mitte aushelfen musste. Und: Trudering hat beherzt alles in die Waagschale geworfen und wollte den Sieg unbedingt. Trotzdem haben die Ostler irgendwie dieses Spiel gewonnen. Und nun warten gleich drei Heimspiele in Folge in der Festung, in der die M1 seit eineinhalb Spielzeiten nicht mehr verloren hat…

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