M2 - TSV Allach II, 20:17 (7:10)

Genialer Schachzug bringt M2 den Sieg

Ausgangslage: Ohne Magic Reusch und den koreanischen National-Kreisläufer Tae Boom Lee sah sich die Bezirksliga-Reserve einer schier unlösbaren Mammut-Aufgabe entgegen. Nach der deutlichen 32:28 Niederlage im Hinspiel empfing die M2 einen mutigen und siegessicheren Gegner (bisher ohne Punktverlust) aus Allach.

Doch es war nur eine Frage der Zeit, bis "die Zweite" und die geschätzten 1200 Fans in der Festung Ost ihr wahres, unbesiegbares Gesicht zeigten und den Favoriten aus dem Münchner Westen regelrecht demontierten. Dabei war es wieder einmal ein taktisch ausgeklügelter Plan von Coach Fahr, der die M2 auf die Siegesstraße brachte.

Aufstellung: Trainer Carsten Fahr legte in diesem Spiel besonderen Wert auf die Abwehrleistung seiner Schützlinge und begann, wie schon in den letzten Spielen, mit einer 3-2-1 Offensiv-Abwehr-Ordnung, die allerdings auf einigen Positionen defensiv ausgelegt wird. Matze Igel Petau steht demzufolge auf der linken Seite enger am Kreis, was quasi einer italienisch ausgelegten Französisch-Vier-Zwo bzw. einer halbrechtoffensiven 4-1-1 gleicht. Beides hat keiner der Spieler bisher verinnerlicht, aber mit viel Herz und vier Plus-100kg-Schergen in der Abwehr einwandfrei funktionierte. So ging die M2 tatsächlich mit 4:1 in Führung.

Spielverlauf: Doch in der Offensive funktionierte nichts. Im Aufbauspiel der Ostler machten sich die fehlenden Reusch, Werner, Wißkirchen und Smith deutlich bemerkbar. Fahrs Schützlinge brachten die hinten mühsam errungenen Bälle im Angriff kaum unter Kontrolle. Beinahe jeder Gegenstoß landete in den Zuschauern, dem Seitenaus oder verschwand spurlos in den hektisch umhergreifenden Fingern. Folgerichtig konnte der Favorit aus Allach über 4:6 und 5:8 zum Halbzeitstand von 7:10 das Spiel drehen. "10 Gegentore in einer Halbzeit ist geil", gab Coach Fahr den Spielern in der Halbzeit mit auf den Weg, "ihr müsst die Dinger nur vorne rein machen." Ein einfacher, aber auch zu gleich kluger Satz, der das Wesen der zweiten Mannschaft widerspiegelt, wie kaum ein anderer. Ausser vielleicht "Komm, das schaffen wir jetzt" oder "Jetzt mal alle 10 Minuten Vollgas", aber das Ding fruchtete: Wie ausgewechselt kam die M2 aus der Kabine, stand hinten weiter dicht und machte vorne endlich die entscheidenen Dinger durch Fuchs, Kranig und den pfeilschnellen Andersen über die rechte Seite zum 12:12 Ausgleich. Doch so richtig schaffte es Fahrs Truppe es nicht sich richtig abzusetzen.

Taktisches Genie Fahr: Dann kam die 50.Minute. Wieder einmal war es ein taktisch genialer Schachzug von Trainer Carsten Fahr, der die M2 auf die Siegesstraße führte: "Ich hatte schon in der ersten Halbzeit gesehen, dass die Außenpositionen der Allacher nur unzureichend gedeckt wurden, wir aber zu wenig die Eins gegen Eins-Situationen über die Flügel gesucht haben" so der erfahrene Coach und wechselte folgerichtig den Langzeitverletzten Raffa Lauer auf Links Außen ein. Direkt im ersten Angriff brach das 96kg leichte Gnu durch die Abwehrreihen durch und verpasste nur knapp einen Pfosten. Oder das Netz dazwischen. Aber die Mannschaft war geweckt. Und der Gegner durch diese Wahnsinnstat wie paralysiert. Wahrscheinlich aus nackter Angst schmissen sich die drei Ton-angebenden Rückraumspieler der Allacher im Angriff immer wieder auf den Boden, schrien schon vor dem Fallen vor Phantomschmerzen und die Zweite konterte eiskalt. Doch dann war es dem allgemein überragend pfeifenden Schiedsrichter zu bunt und er stellte die Monsterabwehr der Ostler mit zwei-Minuten-Strafen vom Platz.

Die Schlüsselstelle des Spiels: Allerdings anders als gedacht. Lauer bringt die Wende: Wo jedes andere Team in Unterzahl auf Ergebnis halten gespielt hätte, nahmen sich Fahrs Schützlinge ein Herz und legten alles auf Sieg. So irritierte Fuchs mit der Ansage eines Spielzuges Gegner und eigene Mannschaft, so dass sich Lauer die Kugel nahm, den Außenverteidiger eiskalt vernaschte und absprang. "Ab da lief für mich alles in Zeitlupe ab" wird der überragend haltende Sebastian Schiessl nach dem Spiel anerkennend diese atemberaubenden Sekundenbruchteile loben. Gnudursson stand in der Luft. Zuschauer und zufällig in die Festung verirrte Obdachlose verstummten . Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Zugegeben, es hätte eine sehr große, schwere, Bombenartige Stecknadel sein müssen, bei dem Lärm der Trommeln, aber nichtmal DAS hätte die folgenden Sekunden grenzenloser Freude getrübt: Mit 400 km/h verliess die Kugel Lauers Arm und schlug ein halbes Augenzwinkern später bereits unhaltbar im Kasten der Allacher ein. Die Halle explodierte. Sektkorken knallten. Luftballons fielen von der Decke. Und auf der Tribühne entlud sich ein Feuerwerk ins Ralfs Hose: Das Ding war drin. Der Gegner gebrochen. Das Spiel entschieden. Danach fielen zwar noch ein paar Tore zum 20:17 Endstand, aber das hat niemanden mehr interessiert. War ja ohnehin schon gelaufen. Auch wenn der Neuzugang aus Trudering noch nicht sein volles Potenzial zeigen konnte, muss man anerkennen, dass jeder einzelne Spieler der Mannschaft gut gespielt hat. Außer Uwe.

TSV: Schiessl, Doege, Käser, Bock 1, Somfleth 2, Kranig 3, Fuchs 2, Uwe, Igel 2, Weiland 2, Paddy 3, Andersen 4, Lauer 1, Schulz

 

 

 

 

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